06. Februar 2014

Donnerstag, der 06. Februar 2014, ist der Tag der Dubai-Mall. Da hat Herr Google ja behauptet, dass man den vierstöckigen Luxustempel mit den 1200 Geschäften dringend gesehen haben muss. Und geht’s um’s Shoppen, lässt Frau sich ja nicht gerne zwei mal bitten. Gefrühstückt wird in einem Donut-Laden. Besonderes High-Light hier: die Angabe von Kilokalorien pro Portion direkt neben dem nicht ganz günstigen Preis. Prima! Direkt schon ein schlechtes Gewissen zum Frühstück – da kann der Tag ja nur gut werden. Wir schlendern durch die Gänge, schauen hier und schauen da und staunen immer wieder. Technik ist reichlich da, günstiger als zuhause ist sie allerdings nicht. Zumindest nicht wesentlich. Schmuck ist exklusiv und damit teuer. Die großen Designer der Welt sind mit riesigen Läden vertreten. Sogar einen Victoria’s Secret- und einen Birkenstock-Laden gibt es.

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Die Mall ist thematisch aufgeteilt: Wo es Mode gibt, gibt es keine Technik, wo es die Dinge des täglichen Lebens gibt, gibt es kein Spielzeug. Aber da, wo Frauen zu erwarten sind, gibt es Düfte. Und das ist der Knaller: Die Verkäuferinnen, die in der Regel auch Models hätten werden können, dieseln alles ein, was nicht schnell genug die Flucht ergreift. Die Luft ist derart parfümgeschwängert, dass mir bald die Tränen in  den Augen stehen. Überhaupt versteht der gemeine dubaianische Verkäufer Präsentation anders, als der Deutsche: überall wird die Ware vorgeführt und demonstriert, nicht nur Parfüm, sondern zum Beispiel auch Spielzeug. An mehreren Stellen spielen Verkäufer mit einem Ballspiel, bei dem man eine Art Fänger mit Netz in der Hand hat, der auch als Werfer dient, wenn man ihn wieder aufschnellen lässt. So werfen sich die Verkäufer die Tischtennisbälle zu oder spielen alleine gegen die Wand. Ein System, das ganz gut zu funktionieren scheint: wir beobachten einen Junior-Scheich, dessen Begleitung schon eine ganze Menge Tüten schleppt und eine asiatische Omi, die der sie begleitenden Verkäuferin immer mehr Dinge zeigt, die sie einpacken soll für die lieben Enkel.

Da wir einfach nicht mehr die Zeit haben werden, das Aquarium im Atlantis-Hotel zu besuchen, nehmen wir vorlieb mit dem Aquarium in der Dubai-Mall, das sich über drei Etagen erstreckt. Es ist 32,88 Meter breit und 8,3 Meter hoch. In dem aus 75 cm dickem Acrylglas bestehenden Becken befinden sich 10.000 Kubikmeter Seewasser, das man dem Persischen Golf entnimmt, und 33.000 Seetiere und Fische, u.a. Haie mehrerer Arten, Barsche, Rochen, Riffbewohner und Riesenkrabben, aber auch Robben und Pinguine. Durch das untere Becken verläuft ein zwei Meter hoher schmaler Fußgängertunnel, dessen Wände nur 19 cm dick sind, was der natürlichen Größenwiedergabe der Tiere dient. Da kein natürliches Licht in das Becken dringt, verfügt es über eine Lichtanlage mit Regie für Tag- und Nachtsimulation; ebenso über Fütterungsautomaten und eine wassersparende Wasserumlauf- und Reinigungstechnik, das Wasser wird mit Ozon keimfrei gehalten. Alle eingebauten und echt aussehenden Felsen- und Korallenobjekte sind aus Kunststoff, um die Wasserqualität stets unter Kontrolle zu haben. Die Wassertemperatur wird konstant bei 24 Grad Celsius gehalten. Am 25. Februar 2010 mussten das Aquarium und die umliegenden Geschäfte nach einem Sprung im Acrylglas wegen des austretenden Wassers für einige Stunden gesperrt werden, Tiere sind dabei nicht zu Schaden gekommen. Das Dubai Aquarium und Discovery Center erhielt den Guinness Weltrekord für die größte Acrylglas-Scheibe.

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Wir schlendern an den Scheiben vorbei und sind fasziniert von den vielen Tieren. Weder den Rochen mit den langen Stacheln, noch den Haien mit den messerscharfen Zähnen möchte ich ohne Scheibe begegnen, aber gerade der Tunnel ist ein irres Erlebnis.

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Wir können auch zwei Taucher beobachten, um die sich die meisten der Tiere zu scharen scheinen: kein Wunder – hat einer der beiden doch einen Eimer kleiner Fische dabei und füttert explizit die Rochen. Der andere Taucher scheint zum Schutz des Fütterers da zu sein, er tut nichts, passt nur auf. In der oberen Etage sind die Becken kleiner, sowie auch die Fische. Fotografieren ist hier ein Glücksspiel, weil die gebogenen Scheiben so viel verzerren, dass es fast unmöglich ist, gescheite Bilder zu schießen. Manchmal gelingt es aber doch.

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Im Anschluss an die Besichtigung der öffentlich zugänglichen Becken haben wir noch eine Fütterung gebucht. Dazu dürfen wir hinter die Kulissen. Man zeigt uns die Aufzucht- und die Krankenstation, und wir bekommen noch Hintergrundwissen zum Aquarium vermittelt, bevor man uns eine Dose mit Futterkugeln in die Hand drückt. Wichtig hierbei: das Futter nicht anfassen. Ein sinnvoller Hinweis, wie ich finde: Wer weiß, was die Touris sonst alles mit ins Becken kippen würden, das die Gesundheit der Fische beeinträchtigt. Die Fische kennen die Prozedur, und bald bildet sich unter uns ein schneller Strudel aus großen Fischkörpern. Jeder darauf bedacht, nicht zu kurz zu kommen, obwohl ich nicht glaube, dass auch nur eines der Tiere Hunger leiden muss.

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Nachdem wir den halben Tag so durch die Gänge gestreift sind, trinken wir noch einen Kaffee auf der Terrasse mit Blick auf den Burschi, die Skyline und den Lake im Sonnenuntergang

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und bestaunen eine kunstvoll gestaltete Wasserwand im offenen (Roll-)Treppenhaus.

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Gekauft haben wir letzten Endes nichts; wir waren viel zu erschlagen von dem großen Angebot.

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Am Abend ziehen wir wieder mit den Müllers los. Am Sonntag habe ich auf dem Rückweg von der Palme gesehen, dass die Marina fast schöner beleuchtet ist als Down Town Dubai. Da muss ich nochmal hin! Zuerst fahren wir in die Marina hinein und suchen uns einen Parkplatz. Wir flanieren ein bisschen über die Promenade, ich mache hier und da meine Fotos und bin auch ganz zufrieden – der große Schlag ist nicht dabei, aber es ist ja auch nicht die Ansicht, für die ich nochmal hierher wollte.

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Bevor wir auf die Brücke fahren, die den Stamm mit dem Festland verbindet, wollen wir erst etwas essen. Aber entweder sind wir auf der falschen Seite vom Wasser oder einfach zu spät: Die wenigen Restaurants scheinen ohne Kunden. Irgendwann kehren wir dann aber doch in ein Fischrestaurant ein. Die Bedienung ist superfreundlich und ist uns sofort behilflich, als wir mit der reichhaltigen Karte unsere Schwierigkeiten bekommen: Was soll man da nehmen? Das hört sich alles toll an! Das größte Problem ist aber, dass die meisten Gerichte ihre Preise pro Kilo Fisch ausweisen. Damit hat niemand von uns Erfahrung – könnte passieren, dass wir nachher halb pleite hier herausgehen. Nachdem wir uns aber entschieden haben, dass das alles so schlimm schon nicht werden wird, stellen wir gemeinsam mit der Bedienung ein Menue zusammen, von dem jeder mal alles probieren kann. Den Fisch dazu müssen wir an der Theke selber aussuchen. Und es schmeckt super! Zu Beginn bekommen wir Hummus mit Brot, Muscheln und einen griechischen Salat. Danach frittierte Baby-Calamares (die nichts mit den Gummidingern aus deutschen Frittenbuden gemeinsam haben) und einen ganzen gebackenen Fisch auf Gemüse. Dazu Reis. Insgesamt haben wir am Schluss für jeden nicht ganz 50,00 € gezahlt – also überhaupt keine Rede von zu teuer, denn den Preis war das Essen auf jeden Fall wert!

Nun noch zu meinem Fotoshooting. Wir parken an der Station der Hochbahn direkt am Beginn des Stammes und laufen los. Durch ein geöffnetes Baustellentor können wir die Marina funkeln sehen. Beleuchtete Fenster und Lichtstreifen in allen Farben bilden die Skyline nach, verdeutlichen die Linien der Gebäude, wie zum Beispiel das in sich gedrehte Bürogebäude.  Wir gehen einfach drauflos – ob wir hier sein dürfen oder nicht, interessiert uns nicht: Hier bekomm ich die Fotos, die ich haben will. Einen umgelegten Baukran benutze ich als Stativ und experimentiere dabei mit Belichtungszeiten und Ausschnitten, bis ich das Bild habe, das ich mir vorgestellt hatte. Als mehrere LKW auf die Baustelle fahren, sehen wir lieber zu, dass wir wieder von hier weg kommen. Ärger auf die letzten Meter braucht kein Mensch. Und ich hab ja, was ich wollte – ich bin sehr zufrieden.

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Den Abend lassen wir wieder auf der Terrasse ausklingen, beobachten die Kreuzfahrer, die in den letzten Tagen einer nach dem anderen am Pier angelegt haben. Mittlerweile liegen zwei Costas, eine Aida und eine MSC in Dubai und wir überlegen schon, ob und wohin wir das nächste Mal verreisen wollen.

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